60 % der deutschen Studenten in der Region am Oberrhein wollen nach dem Studium in der Region arbeiten. Ein Grund für die geringe Bleibebereitschaft ist die Tatsache, dass den Studenten nur wenige Arbeitgeber mit Sitz am Oberrhein bekannt sind.

Dies ist ein Ergebnis einer Studie der FH-Pforzheim (Ergebnisse unter www.fh-pforzheim.de/fb07/fb07/ueberblick/professoren/Zerr/ORK-Ergebnisse.ppt).

Dabei gibt es am Oberrhein rund 150 Unternehmen mit mehr als 500 Beschäftigten. Viele von ihnen bewegen sich weltweit in Nischenmärkten und sind in der Öffentlichkeit weitgehend unbekannt, obwohl sie attraktive Produkte entwickeln und interessante Arbeitsplätze anbieten.

Weiteres Ergebnis der Studie: Die Kenntnisse bezüglich Unternehmen auf der anderen Rheinseite sind in Baden und im Elsaß kaum entwickelt. Auch bei der Suche nach Arbeitsplätzen scheint die ehemalige Grenze entlang des Rheins noch eine gedankliche Barriere darzustellen. Dabei gibt es rund 600 deutsche Unternehmen im Elsaß, von denen mehr als die Hälfte ihren Stammsitz in Baden-Württemberg haben.

Viele Arbeitgeber konkurrieren um qualifizierte Berufsanfänger. Die regionalen Wirtschaftsförderer entlang des Rheins wollen die Unternehmen aus der Region dabei unterstützen. Der Expertenausschuss "Wirtschaftsförderung" der Oberrhein-Konferenz, ein Zusammenschluss der regionalen Wirtschaftsförderer zwischen Basel, Strasbourg und Karlsruhe, hat daher das Projekt "Karriereguide Oberrhein" entwickelt. Damit soll ein Aderlass von qualifizierten Fachkräften aus der Region vermieden werden. Außerdem soll die Bereitschaft der Studenten gefördert werden, berufliche Auslandserfahrungen im grenznahen Ausland zu machen.

Der "Karriereguide Oberrhein" unterscheidet sich von anderen Jobbörsen dadurch, dass er die Region grenzüberschreitend präsentiert. Eine solche trinationale Firmen-übersicht mit Ausrichtung auf die Region am Oberrhein existiert bislang nicht.

Die Finanzierung erfolgt durch öffentliche Einrichtungen:

Karsten Altenburg
Vorsitzender Expertenausschuß "Wirtschaftsförderung"

Karlsruhe, im Februar 2003