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Die Region Oberrhein umfasst das deutsch-französisch-schweizerische Grenzgebiet und setzt sich aus den vier Teilgebieten Elsass, Nordwestschweiz, Südpfalz und Baden zusammen. Dieser grenzüberschreitende Raum zählt im Jahr 2001 etwas mehr als 5,7 Millionen Einwohner bei einer Gesamtfläche von 21 500 km². Das Elsass nimmt 38,5% dieser Fläche ein und ist somit, dicht gefolgt von Baden mit einem Anteil von 37,8%, flächenmäßig das größte Teilgebiet. Der Flächenanteil der Nordwestschweiz beträgt 16,7%, und auf die Südpfalz entfallen noch 7% der gesamten Gebietsfläche.

Nimmt man als Maß für den wirtschaftlichen Wohlstand am Oberrhein das Bruttoinlandsprodukt (BIP) bzw. das Volkseinkommen je Einwohner, so resultieren für die Nordwestschweiz und Baden gegen Ende der Neunzigerjahre mit 29 700 bzw. 25 700 Euro die höchsten Werte. Es folgen das Elsass mit einem BIP je Einwohner von 22 600 Euro und die Südpfalz mit 18 600 Euro. Den größten Beitrag zum Wohlstand am Oberrhein leistet der Dienstleistungssektor: 65,6% oder rund zwei Drittel aller Erwerbstätigen finden ihr Auskommen in diesem Sektor. Der industrielle Sektor beschäftigt insgesamt 32% aller Erwerbstätigen. Was das Gewicht dieses Sektors anbelangt, so weichen die Teilräume kaum voneinander ab. Der Sektor Landwirtschaft spielt mit einem Anteil von 2,4% an den Erwerbstätigen eher eine untergeordnete Rolle. Die 46 000 Landwirtschaftsbetriebe in der Region Oberrhein bieten aber dennoch ein vielfältiges Sortiment an Agrarprodukten an. In der Südpfalz ist die Landwirtschaft mit einem Anteil von 4,2% an den Erwerbstätigen deutlich stärker vertreten als in den übrigen Teilregionen.




ELSASS

Bei der 33. französischen Volkszählung im März 1999 wurden im Elsass 1 734 000 Einwohner gezählt, von denen 1 026 000 im Bas-Rhin und 708 000 im Haut-Rhin lebten. Mit 209 Einwohnern je km² gehört das Elsass zu den stark verdichteten französischen Regionen. Seit der Volkszählung im Jahr 1990 hat sich die Zahl der Einwohner in der Region um 110 000 erhöht. Mit einem solchen Wachstum von 0,7% im Jahr (auf nationaler Ebene 0,4%) nimmt das Elsass den zweiten Rang unter den französischen Regionen ein. Es verdankt diese demographische Dynamik vor allem seinem Saldo der natürlichen Bevölkerungsbewegung (+8 000 Personen pro Jahr), der einher geht mit einem wachsenden Wanderungssaldo von durchschnittlich 4 000 Personen pro Jahr.

Mit 5,7% zum Ende des Jahres 2001 ist die Arbeitslosenquote im Elsass nach wie vor die niedrigste in Frankreich, und das Bruttoinlandsprodukt (BIP) je Einwohner liegt in der Spitzengruppe des gesamten Landes. Das Elsass bleibt weiterhin eine industriell geprägte Region: Mehr als 30% der Wertschöpfung werden in diesem Sektor erbracht gegenüber 23% auf nationaler Ebene. Sieben von zehn Arbeitsstellen sind in Großunternehmen. Hauptarbeitgeber der elsässischen Industrie sind Automobiles Peugeot, General Motors Powertrain und INA Roulements.

Angesehene Institutionen mit Sitz in Straßburg - Europarat, Europäisches Parlament, Gerichtshof für Menschenrechte, Eurocorps - unterstreichen den internationalen Ruf des Elsass.




NORDWESTSCHWEIZ

Die Nordwestschweiz umfasst im Rahmen der Oberrheinkonferenz beide Basel, Aargau, Solothurn und Jura. (Der Begriff "Nordwestschweiz" wird auch für eine Großregion verwendet, die sich aber auf die Kantone Aargau, Basel-Landschaft und Basel-Stadt beschränkt.) Mit über 1,3 Millionen Einwohnern bei 3 587 km² ist es das am dichtesten besiedelte Gebiet am Oberrhein, und in der Schweiz wird es nur von Zürich übertroffen. Basel, mit rund 165 000 Einwohnern die größte Stadt der Nordwestschweiz, liegt mit ihren bedeutenden Hafenanlagen direkt am Dreiländereck mit Frankreich und Deutschland, während sie von der Schweiz aus in einer peripheren Lage jenseits der Juraketten wahrgenommen wird. In vier Kantonen wird deutsch, im Kanton Jura französisch gesprochen.

Wirtschaftliche Vielfalt prägt die Nordwestschweiz: Stärker als in der übrigen Schweiz vertreten sind die chemisch-pharmazeutische Industrie, die Metallindustrie, die Herstellung elektronischer und optischer Geräte, die Uhrenindustrie sowie die Verkehrswirtschaft. 57 000 Arbeitnehmende kommen als Grenzgänger täglich von Frankreich und Deutschland; sie sind der alltägliche Beweis für das Zusammenarbeiten in der EuroRegion Oberrhein. Ein hohes Volkseinkommen und eine niedrige Arbeitslosenquote schaffen günstige Rahmenbedingungen für diese Pendlerströme, für deren Transport auch grenzüberschreitende Eisenbahnlinien ausgebaut und neu geplant werden.




SÜDPFALZ

Die Südpfalz mit der kreisfreien Stadt Landau, den Landkreisen Germersheim und Südliche Weinstraße sowie den Verbandsgemeinden Dahner Felsenland und Hauenstein aus dem Landkreis Südwestpfalz ist der südöstliche Teil des Landes Rheinland-Pfalz. Sie ist mit 1 512 km² und 299 366 Einwohnern der kleinste Teil der EuroRegion Oberrhein. Mit dem Pfälzerwald im Westen und dem Bienwald im Süden liegt der Waldanteil mit 51% deutlich über dem Landesdurchschnitt (41%). Zwischen Pfälzerwald und Rhein befindet sich mit dem Bereich Südliche Weinstraße ein bedeutender und über die Grenzen des Landes hinaus bekannter Weinbau.

Die Wirtschaftsstruktur der Südpfalz wird durch den Standort Wörth am Rhein mit einem großen Automobilwerk geprägt. Von den insgesamt 23 700 Beschäftigten im verarbeitenden Gewerbe und der Gewinnung von Steinen und Erden sind allein 50% im Fahrzeugbau tätig. Von größerer Bedeutung für den Arbeitsmarkt der Region sind ferner die Möbelindustrie, der Maschinenbau, die Ernährungsindustrie, die Herstellung von Metallerzeugnissen, das Ledergewerbe, die Papierindustrie, der Bereich Glas, Keramik und Verarbeitung von Steinen und Erden sowie das Verlags- und Druckgewerbe. Die in der Südpfalz ansässigen Betriebe des verarbeitenden Gewerbes erzielten 2001 einen Umsatz von 7,2 Milliarden Euro. Davon entfiel rund die Hälfte auf den Export.




BADEN

Der badische Teil der EuroRegion Oberrhein bildet mit dem Hauptkamm des Schwarzwaldes eine natürliche Grenze. Er besteht aus den ebenfalls Regionen genannten Bereichen Mittlerer Oberrhein und Südlicher Oberrhein sowie den Landkreisen Lörrach und Waldshut. Mit seinen rund 2,4 Millionen Einwohnern und gut 8 000 km² repräsentiert der badische Teil mehr als 40% der EuroRegion Oberrhein und fast ein Viertel der Fläche und der Bevölkerung des Landes Baden-Württemberg. Der Raum um Karlsruhe und die Freiburger Bucht haben eine hohe Bevölkerungsdichte; weitere dicht besiedelte Gebiete erstrecken sich um Offenburg und Lahr.

Die Wirtschaftsstruktur des badischen Teilgebiets ist überaus heterogen und zunehmend dienstleistungsorientiert. Letzteres entspricht sogar einer alten Tradition, denn Karlsruhe und Freiburg sind schon seit langem Universitäts- und Verwaltungsstädte mit vielfältigen kulturellen Angeboten. Dazu kommt der Fremdenverkehr im Schwarzwald und an seinen Rändern sowie im und um den Kaiserstuhl.

Am Schnittpunkt der beiden großen europäischen Volkswirtschaften Frankreich und Deutschland gelegen, ist der Oberrheingraben aufgrund seiner internationalen Bedeutung für den europäischen Nord-Süd-Verkehr ein Verkehrskorridor mit überdurchschnittlicher Belastung.






WIRTSCHAFT UND ARBEITSMARKT am Oberrhein

Merkmal Einheit Elsass Nordwest-schweiz Südpfalz Baden Insgesamt
Bruttoinlandsprodukt (BIP) zu Marktpreisen 1998/Volkseinkommen für CH 1998 Mio. EUR 38 919 38 802 5 498 59 919 x
je Einwohner EUR 22 574 29 736 18 571 25 726 x
Entwicklung des Bruttoinlandsprodukts (BIP) 1990=100 136,0 121,9 114,51) 118,11) x
Bruttowertschöpfung zu Herstellungspreisen nach Wirtschaftsbereichen 1998 Mio. EUR 35 728 . 5 159 56 168  
Land- und Forstwirtschaft, Fischerei % 2,5 . 2,8 1,1 .
Produzierendes Gewerbe % 33,0 . 38,1 35,3 .
Tertiärer Sektor % 64,5 . 59,0 63,6 .
Erwerbspersonen (am Wohnort) 2001            
Männer 1 000 4562) 4033) 834) 645 1 587
Frauen 1 000 3682) 3123) 604) 530 1 270
Insgesamt 1 000 8242) 7153) 1434) 1 174 2 857
Erwerbsquote 2001            
Männer % 53,82) 63,33) 56,2 55,7 56,9
Frauen % 41,52) 47,53) 39,6 43,4 43,6
Insgesamt % 47,52) 55,23) 47,7 49,4 50,1
Erwerbstätige (am Arbeitsort) nach Wirtschaftsbereichen 2001 1 000 6885) 6733) 1115) 1 1805) 2 653
Land- und Forstwirtschaft, Fischerei % 2,1 2,3 4,2 2,5 2,4
Produzierendes Gewerbe % 31,0 32,9 32,0 32,1 32,0
Tertiärer Sektor % 66,9 64,8 63,7 65,4 65,6

1) D: 1992=100.- 2) F: 1999. - 3)CH:1995. - 4)Schätzung - 5)D/F:2000. - 6) Eigene Berechnungen.






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